Bordeaux 2018 ‘en primeur’ – ein Jahrgang für Genussmenschen!

Es ist wieder die Jahreszeit, in der die Chateaux in Bordeaux ihren neusten Jahrgang ‘en primeur’ (direkt vom Fass) verkaufen. Und der Jahrgang 2018 ist wirklich speziell! Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten 15 Jahren jemals so viele unglaublich köstliche, genüssliche, frische und fruchtige Weine vom Fass degustiert zu haben!

Es ist jedoch zu sagen, dass der Jahrgang 2018 nicht in allen Appellationen fantastisch war, Sie müssen also weislich aussuchen.  Der Jahrgang wird wahrscheinlich – wie die letzten Jahrgänge, die seit 2009 ‘en primeur’ freigegeben wurden – zum Teil teuer und überbewertet sein (die besten Chateaux in Bordeaux sind in den letzten Jahren etwas geldgierig geworden).

Aber wenn Sie einige der tollsten Weine, die Bordeaux je produziert hat in Ihrem Weinkeller haben möchten, dann können Sie auf meine Top Tipps ‚’en primeur’’ vertrauen.

Alles was Sie über den Bordeaux Jahrgang 2018 wissen sollten

  • Ein vom Klimawandel beeinflusster Jahrgang mit einem sehr nassen Frühling und einem extrem heissen und trockenen Sommer und Frühherbst.
  • Mehltauprobleme Anfang Sommer führten zu verminderten Erträgen, vor allem in den Chateaux, die organisch und biodynamisch arbeiten (ohne chemische Mittel).
  • Durch den heissen und trockenen Sommer 2018 waren die Trauben kleiner als normal mit einer dickeren Haut. Dadurch sind jedoch die Tiefe der Farben, die Fruchtkonzentration sowie der Tanningehalt sehr hoch, was heisst, dass die besten Weine sehr lange in der Flasche gelagert werden können.
  • Die Tannine sind sehr seidig und fein und die Früchte sexy und blumig, so dass die Weine auch sehr gut jung getrunken werden können!
  • Obwohl das Wetter im August-Oktober sehr warm war, waren die Nächte kühl, was den Weinen eine Frische und Balance verleiht
  • Der Jahrgang war extrem erfolgreich für die später-reifenden Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc Trauben, die vom perfekten Wetter im September und Oktober profitiert haben.
  • Die Ernte hat in ganz Bordeaux bei idealen Konditionen stattgefunden, so dass die Trauben bei optimaler Reife geerntet werden konnten.
  • Die Weine sind mittel bis voll mit Alkoholgehalten von durchschnittlich 14% in der Medoc und 14.5% am rechten Ufer.
  • Die einheitlichsten Appellationen waren St Estephe, St Julien und Pauillac, wo es viele hochwertige Weine von den berühmtesten Chateaux gibt aber auch einige günstigere Angebote von weniger berühmten Chateaux.
  • Auch die allerbesten Chateaux aus den Margaux, Pomerol und St Emilion Appellationen haben fantastische Weine produziert aber die Qualität war weniger einheitlich.
  • Trockene Weissweine und süsse Sauternes sind im 2018 voll von exotischem Fruchtgeschmack aber lassen Frische und Säure etwas vermissen. Diese muss man nicht unbedingt ‘en primeur’ kaufen.

 

Wichtige Notiz über die Preisgestaltung dieses Jahrgangs

Vom 2017 Bordeaux hatte ich keinen einzigen Wein ‚’en primeur’’ offeriert, da ich die Preise im Verhältnis zu der Qualität zu hoch fand. Ich bin sicher, dass nächstes Jahr alle 2017 Weine zum selben Preis auf den Markt kommen werden, wie sie letztes Jahr ‚’en primeur’’ verkauft wurden.

Es muss einen guten Grund geben, zwei Jahre im Voraus für Wein zu bezahlen. Der Preis eines ‚’en primeur’’ Weins sollte fair und mit den älteren Jahrgängen konkurrenzfähig sein, die auf dem Markt zu verkaufen sind. Auch sollte die Qualität des Weins so hoch sein, dass es sich lohnt eine oder zwei Kisten ’en primeur’’ vorgängig zu reservieren, da der Wein, wenn einmal in Flaschen abgefüllt, in zwei Jahren nicht mehr zum Originalpreis erhältlich sein könnte.

Die Wahrscheinlichkeit, dass viele Weine des Jahrgangs 2018 zu hohen oder sogar sehr hohen Preisen in den Handel kommen werden ist gross, ist dies doch während den letzten 10 Jahren in Bordeaux zur Norm geworden. Ich werde aber versuchen, Ihnen nur Weine zu empfehlen, bei denen ich das Preis- Leistungs-Verhältnis überdurchschnittlich gut finde.

Warum sollte man sonst ‘‘en primeur’’ kaufen?!

Meine Top Tipps des Bordeaux Jahrgangs 2018

Wer mich kennt, weiss, dass meine Weinbewertungen normalerweise eher konservativ ausfallen. Dies ist das erste Mal, dass ich einem Wein ein perfektes Rating von 100/100 Punkten gegeben habe und dies sogar drei Mal!

Meine 3 Spitzenweine des Jahrgangs 2018

Pontet Canet, Pauillac – 100 Punkte

Ausone, St Emilion – 100 Punkte

Vieux Chateau Certan, Pomerol – 100 Punkte

Die 10 Zweitplatzierten

Palmer, Margaux – 99 Punkte

Latour, Pauillac (not available ‘en primeur’) – 99 Punkte

Pichon Lalande, Pauillac – 98 Punkte

Leoville Las Cases, St Julien – 98 Punkte

Lafite Rothschild, Pauillac – 98 Punkte

Calon Segur, St Estephe – 97 Punkte

Montrose, St Estephe – 97 Punkte

Ducru Beaucaillou, St Julien – 97 Punkte

Chateau Margaux, Margaux – 97 Punkte

Figeac, St Emilion – 97 Punkte

Meine 10 „Best value“ Empfehlungen des Jahrgangs 2018 – unter CHF 50 pro Flasche

Capbern, St Estephe – 93.5 Punkte

Croix De Beaucaillou, St Julien – 93 Punkte

Reserve De La Comtesse, Pauillac – 93 Punkte

Tronquoy Lalande, St Estephe – 93 Punkte

Villars, Fronsac – 93 Punkte

Bellevue St Emilion – 93 Punkte

Meyney, St Estephe – 92.5 Punkte

De Fonbel, St Emilion – 92 Punkte

Fonplegade, St Emilion – 92 Punkte

Pedesclaux, Pauillac – 92 Punkte

5 Aufstrebende Sterne von exzellenter Qualität und mit grossem Potenzial

La Clotte, St Emillion – 94 Punkte

Durfort Vivens, Margaux – 94 Punkte

Rochebelle, St Emilion – 94 Punkte

La Marzelle, St Emilion – 93 Punkte

Mazeyres, Pomerol – 92 Punkte